Was gibt’s denn da zu hören?

Das Freie Radio ist grundsätzlich offen für alle, die senden wollen. Das Programm wird also eine Mischung aus allem, was die Menschen hier mitteilen wollen. Das können sowohl Musik- als auch Wortbeiträge sein.
Lokale Themen, die in anderen Medien oft keinen Platz finden, sind wichtiger Bestandteil des Programms. Was immer auch heißen kann, den Blick von hier auf andere Dinge zu werfen.
Da wir nicht auf die Erfüllung von Quoten angewiesen sind, bietet Freies Radio auch viel Raum für Gruppen, die in anderen Medien unterrepräsentiert sind. Es soll mehrere Sendungen in anderen Sprachen geben. Insbesondere sollen auch Kinder und Jugendliche dazu ermutigt werden, eigene Sendungen zu produzieren.
Inhaltlich gibt es keine Vorgaben und jede Redaktion kann für sich entscheiden, was gesendet werden soll. Dabei ist natürlich der gesetzliche Rahmen zu beachten und die journalistische Sorgfaltspflicht (z.B. dürft ihr niemanden beleidigen oder Falschinformationen verbreiten). Auch haben wir eigene Statuten, die vor allem darauf abzielen, diskriminierende Inhalte auszuschließen und die Unabhängigkeit des Radios zu erhalten.

Wo finde ich das Freie Radio? Wann geht’s los?

Wir planen im November/Dezember 2018 im Internet einen Livestream zu starten. Ab April 2019 sind wir dann auf UKW zu hören, jedenfalls im Raum Flensburg – Glücksburg – Tastrup. Das dafür angestoßene Frequenz-Vergabeverfahren durch die Bundesnetzagentur für die Frequenz 98.6 MHz ist erfolgreich abgeschlossen und gegenwärtig (KW 43) warten wir auf den Abschluss dieses Verfahren, welches vor allem an die zu treffende Standortfrage gekoppelt ist. Ab dem Zeitpunkt der Auftragsvergabe für den Aufbau der Sendeanlage dauert es 6 Monate bis wir On-Air sind. Also schätzungsweise April 2019.
Unsere Räume sind in der Bachstr. 7 in Flensburg. Dort könnt Ihr gerne während der Bürozeiten vorbeischauen: Dienstags von 11 bis 17 Uhr. Am Mittwoch ab 18 Uhr ist immer die offene Radiowerkstatt für alle, die selber Sendungen machen wollen (Vorkenntnisse nicht erforderlich). An jedem ersten Montag im Monat ab 19:30 Uhr ist offenes Treffen für alle, die bei der Organisation des Radios als Ganzem mitmachen wollen.

Was ist der Unterschied zum Offenen Kanal?

In Flensburg besteht der Unterschied zunächst mal darin, dass der Offene Kanal in erster Linie ein Fernsehprogramm produziert. Vor allem aber liegt der Schwerpunkt dort auf medienpädagogischer Arbeit, im Freien Radio bei der redaktionellen Arbeit. Das Freie Radio Fratz soll in erster Linie ein Forum sein, in dem diejenigen, die hier aktiv sind, sich einer breiten Öffentlichkeit mitteilen können. Um das zu erreichen, findet „nebenbei“ natürlich auch umfassende medienpädagogische Arbeit statt. Die Sendenden gestalten und organisieren hier aber das Radio als Ganzes, z.B. in den Bereichen Finanzen und Programmplanung. Auch findet ein Austausch über Sendeinhalte unter allen Radiomacher*innen statt.
Auf keinen Fall sehen wir uns als Konkurrenz zum Offenen Kanal. Im Gegenteil denken wir, dass sich beides hervorragend ergänzen kann, gerade weil beiden Formaten unterschiedliche Konzepte zugrunde liegen. Es spricht auch nichts dagegen, an bestimmten Punkten zusammenzuarbeiten, z.B. Sendungen auszutauschen oder mal gemeinsam Fortbildungsseminare anzubieten.

Wie kann ich mitmachen?

Am besten einfach mal zu den Öffnungszeiten vorbeikommen, anrufen oder eine Mail schreiben. Es gibt keine Einstiegsvoraussetzungen.

Wie kann ich beim Aufbau des Radios helfen? Aktiv? Finanziell?

Gerade am Anfang gibt es viel zu tun: Bauen, Technik einrichten, Finanzen verwalten, Büro organisieren, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildungen organisieren usw. Du bist herzlich willkommen, in der Radiogruppe mitzumachen. Der beste Anlaufpunkt dafür sind die offenen Treffen jeweils am ersten Montag des Monats um 19:30 Uhr in der Bachstr. 7.
Wenn Du nur hin und wieder mal konkrete Aufgaben übernehmen willst, erfährst Du z.B. aus unserer Rundmail was gerade ansteht.
Auch finanzielle Unterstützung ist natürlich wichtig. Die beste Form ist die Fördermitgliedschaft oder einzelne Spenden. Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, ist beides steuerlich absetzbar.

Was ist frei am Freien Radio?

Zunächst ist damit größtmögliche Unabhängigkeit gemeint. Im Freien Radio gibt es keine Werbung und niemand macht damit finanziellen Gewinn. Es gibt also keine kommerziellen Interessen. Auch staatliche oder kirchliche Institutionen haben keinen direkten Einfluss auf die Programmgestaltung.
Im luftleeren Raum bewegen wir uns natürlich dabei nicht. So sind wir zumindest am Anfang auf staatliche Fördergelder angewiesen und unterliegen selbstverständlich denselben gesetzlichen Rahmenbedingungen wie alle anderen Sender auch (z.B. Zulassung und Aufsicht durch die Landesmedienanstalt).
So frei wie irgend möglich soll aber vor allem auch der Zugang zum Radio sein. Nach wie vor sind in allen Medien weiße Männer mit gutem Einkommen überrepräsentiert. Hier ist es der Anspruch Freier Radios, daran zu arbeiten, formale und informelle Barrieren abzubauen und möglichst viele gesellschaftliche Gruppen in das Radio einzubinden.
Radio als Medium ist dafür ideal geeignet, denn es ist vergleichsweise einfach zu machen und kann viele erreichen.

Wie wird das finanziert?

Im Vergleich zu anderen Medien ist die Produktion und die Verbreitung von Radiosendungen immer noch extrem preiswert.
Allerdings entstehen auch hier natürlich Kosten. Je mehr davon über Mitgliedsbeiträge und Spenden abgedeckt wird, desto unabhängiger können wir arbeiten. Das allein wird aber in absehbarer Zeit nicht ausreichen und so sind wir auf Fördergelder angewiesen.
Für die reinen Verbreitungskosten (technische Verbreitung, GEMA, VG Wort usw.) fallen jährlich etwa 40.000 Euro an. Dazu kommen laufende Kosten in Höhe von etwa 24.000 Euro (Miete, Nebenkosten, Büromaterial, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung, Versicherungen…). Um kontinuierlich gute Arbeit zu gewährleisten ist darüber hinaus auch mindestens eine bezahlte Stelle wichtig.
Für das erste Jahr war der allergrößte Teil dieser Gelder und auch die technische Erstausstattung durch eine Anschubfinanzierung von der Landesmedienstiftung abgedeckt. Von Seiten der Landesmedienanstalt werden in Zukunft voraussichtlich die Verbreitungskosten übernommen.
Für die restlichen Gelder (laufende Kosten und bezahlte Stelle/n) sind wir auf private und öffentliche Förderung dringend angewiesen. Im Moment haben wir dazu bei der Stadt Flensburg einen Antrag gestellt und haben auch auf Landesebene Gespräche geführt. Perspektivisch hoffen wir auch in Schleswig-Holstein auf eine Förderung durch die Landesmedienanstalt, wie dies auch in anderen Bundesländern geschieht.

Wie funktioniert Freies Radio? Wer steht dahinter?

Die einzelnen Sendeplätze werden verantwortet von „Redaktionen“. Das kann eine einzelne Person sein, am besten eine kleine Gruppe. Alle Redaktionen können (und sollten) teilnehmen am Radioplenum. Dort werden alle relevanten Entscheidungen getroffen und alle wichtigen Belange des Radios verhandelt.
Die konkrete Arbeit findet statt in AGs, zur Zeit aufgegliedert nach Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung, Technik und Bau. Auch die AGs sind Teil des Radioplenums.
Außerdem gibt es einen Geschäftsführer, der Aufträge des Radioplenums ausführt und alles koordiniert.
Getragen wird das Ganze von einem gemeinnützigen Verein, der z.B. die Finanzen verantwortet und Verträge unterzeichnet.

Gibt es noch andere Freie Radios?

In Deutschland gibt es derzeit etwa 30 Freie Radios, die im Bundesverband Freier Radios organisiert sind:

http://www.freie-radios.de/

Auf dieser Seite findet Ihr auch links zu weltweiten Vernetzungen wie:

http://www.amarceurope.eu/

oder

http://cmfe.eu/

Freie Radios in der heutigen Form haben sich in Deutschland seit ca. 30 Jahren etabliert, viele sind aus Piratenradios hervorgegangen. Erste Ansätze gab es aber auch schon in der Weimarer Republik mit den sogenannten Arbeiterradios. Ideengeber ist für viele nach wie vor Bertolt Brecht mit seiner „Radiotheorie“.

Ich habe ein Problem mit bestimmten gesendeten Inhalten. Was tun?

Bitte schickt uns eine Mail, wenn möglich mit Sendezeit und Namen der Sendung an: flensburg@freie-radios-sh.org. Wir werden dann darüber reden und antworten.

Ich habe ein Anliegen. Was muss ich tun, damit im Radio darüber berichtet wird?

Du kannst uns z.B. eine Mail schreiben an flensburg@freie-radios-sh.org. Das wird dann die Sendungsmachenden weitergegeben und wer will kann es aufgreifen.
Wenn Du sichergehen willst, dass darüber berichtet wird, mach am besten selber einen Beitrag. Bei der Umsetzung sind wir gerne behilflich.

Ist Radio denn überhaupt noch zeitgemäß?

Wir meinen: Ja. Einerseits nimmt die Bedeutung des Internet als Kommunikationsmedium immer mehr zu. Andererseits zeigt sich aber auch immer wieder, dass andere Medien wie das Radio für gesellschaftlich relevante Diskussionen ganz andere Mittel bieten. Wie etwa eine Politik aussieht, deren wichtigste Medien Facebook und Twitter sind, lässt sich nicht nur in den USA sehen. Wir begrüßen es daher, dass andere Medien – wenn auch meistens unzureichend – öffentlich gefördert werden. Hier wären im Bereich Rundfunk die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zu nennen, aber eben auch nichtkommerzielle unabhängige Medien wie offenen Kanäle (wenig gefördert) und Freie Radios (viel zu wenig gefördert).
Übrigens ist die Nutzung von Radio nach wie vor fast allgegenwärtig und stabil. So heißt es in der „Medienanalyse 2018 audio II“ der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse: „Die Nutzer von klassischen Angeboten bleiben ihren Sendern […] mit einer Tagesreichweite von 77,6 % und über 4 Stunden täglicher Verweildauer […] konstant auf hohem Niveau treu“.

Ich habe noch eine andere Frage…

Gerne. Wir sind z.B. über flensburg@freie-radios-sh.org erreichbar und freuen uns über Euer Interesse.

Kontakt:

Freies Radio Fratz
Bachstr. 7
24943 Flensburg

Tel.: 0461/179503525
Email: flensburg@freie-radios-sh.org
Büro jeden Dienstag zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet.

Offene Radiowerkstatt jeden Mittwoch ab 18 Uhr.